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Der „Goldene“

(Nachricht vom 22.08.2016, 22:14 Uhr )

Beim Stand von 1:0-Sätzen und 18-13 im Finale von Rio war sich Jürgen Wagner sicher: „Es ist vollbracht!“ Wenig später war es so weit, sein Team Laura Ludwig/Kira Walkenhorst gewann Gold in Rio. Für den 60-jährigen Chef-Trainer war es nach Gold in London mit Julius Brink/Jonas Reckermann der zweite Olympiasieg. Damit unterstrich Wagner seinen Ruf als begnadeter Trainer, „er darf sich nun als der erfolgreichste deutsche Volleyballtrainer schimpfen“, so Ex-Olympionike Oliver Oetke treffend.

Wagner schafft es wie kein Zweiter, Teams zu formen und zu einer Einheit zu bilden, der Erfolg stellt sich automatisch ein. Dabei steht nicht das Ziel im Vordergrund, sondern das Wie. „Die Hauptsache ist, dass wir uns auf uns konzentrieren und in unseren Handlungen bleiben und nicht nervös werden. Das wurde uns vier Jahre lang von Jürgen eingeflößt“, gab Ludwig nach dem Triumph die Vorgabe bekannt.

Wagner ist ein akribischer Arbeiter, der sich seine Kompetenz über Jahrzehnte erworben hat. Zunächst im Volleyball als Bundesligatrainer (u.a. Meister und Pokalsieger mit Moers) und Co-Trainer (DVV-Frauen), seit 2000 dann auch im Beach-Volleyball: „Danja Müsch und Maike Friedrichsen sind daran schuld, dass ich am Beach gelandet bin, das war vor Sydney“, erinnert sich der „Rote“, wie er ob seiner Haarpracht genannt wird. Es folgten vier Olympia-Teilnahmen als Beach-Cheftrainer (2004 mit Markus Dieckmann/Jonas Reckermann, 2008 als „Schweizer“ mit Patrick Heuscher/Sascha Heyer, 2012 mit Brink/Reckermann und jetzt Rio) und „Doppel-Gold“. Dabei kommt ihm sein großer olympischer Erfahrungsschaft zugute, wie er einräumt: „Es ist ein Unterschied, ob man es zum ersten oder zum vierten Mal macht und ob man schon einmal eine Medaille geholt hat oder nicht. Man hat eine größere Entspanntheit. Ich bin davon überzeugt, dass ich weiß, wie ich es machen muss.“

Dabei ist seine Herangehensweise stets die Gleiche: „Ich habe eine Idee, wie Beach-Volleyball auf dem höchsten Level perfekt funktioniert. Und dann muss ich sehen, wie ich dieses Ziel mit den Spielerinnen, mit denen ich arbeite, auf individuellen Wegen erreichen kann.“ Um dann ruhig nachzuschieben: „Das hat gut funktioniert!“ In der Tat: Ludwig/Walkenhorst waren den anderen Teams in allen Belangen überlegen, spielerisch, taktisch, athletisch und auch mental voll auf der Höhe: „Die wenigsten Teams haben es nicht getan oder sie können es nicht, sich auf die Olympischen Spielen vorbereiten mit einem großen Stadion und vielen Zuschauern. Man kann vorbereiten, dass die Spielerinnen nervös sind. Kriegen sie Angst oder bringen sie Top-Leistungen. Das kann man vorbereiten“, so Wagner.

Dazu hat er sich ein Team seines Vertrauens zusammengestellt: Trainer-Kollege Hans Voigt (er stieg im vergangenen Jahr aus persönlichen Gründen aus), Physiotherapeut Jochen Dirksmeyer, Scout Ron Gödde oder Teamarzt Dr. Michael Tank waren bereits beim Olympia-Coup von Brink/Reckermann dabei, Helke Claasen (Co-Trainerin) und Anett Szegeti (Psychologin) bildeten die wichtige weibliche Komponente. Denn: „Die Systematik, wie wir das aufgebaut haben, wie man mit Teams arbeitet, welche Bedeutung das eigene Team und die Individuen haben, das ist alles gleich. Das Konstrukt um das Team herum ist auch gleich. Der Rest ist total anders. Das Team ist anders besetzt, das Team hat anders gearbeitet als bei Jonas und Julius. Frauen haben ganz andere athletische Möglichkeiten als Männer, auch die Psyche spielt eine Rolle.“ Und Wagner wäre nicht Wagner, wenn er nicht sofort hinterher schieben würde: „Das ist hier ein brutales Team, das habe ich so noch nicht erlebt. Alle arbeiten für das Team, Vollgas in eine Richtung, ohne sich profilieren zu wollen.“

Elefant und Krododil

Bevor das Team den Olymp erklomm, musste enorm viel geleistet werden. Wagner vermittelte seine Ideen und sein Konzept, die Spielerinnen mussten sich darauf einlassen, bis hin zu Persönlichkeitsveränderungen. Wagner verdeutlicht die Anfangsphase plakativ an einem Beispiel: „Man braucht ein Jahr, um trainieren zu lernen. Ich habe ein klares Bild, ein klare Konzept, aber sie wissen nicht, wovon ich rede. Am Anfang hätten wir völlig andere Bilder gemalt: wir hätten alle Tiere gemalt, ich ein Krokodil, die Mädels einen Elefanten.“ „Heute würden wir die gleichen Tiere malen“, ist sich Wagner sicher.

Ob Elefant oder Krokodil, 2016 liefe es wohl eher auf den Löwen, den König der Tiere hinaus. Ludwig/Walkenhorst sind auf dem vorläufigen Zenit ihres Könnens angekommen, auch wenn Wagner mit seiner Aussage den Gegnerinnen ein wenig Angst einflößen dürfte: „Wir sind noch lange nicht bei 100%, da gibt es noch viele Ideen. Man kann noch optimieren und verbessern.“ In Rio zeigte sich der fast nie Zufriedenstellende aber gnädig, lobte sein Team, den Trainerstab und auch sich selbst ein wenig: „Ich habe es noch nie geschafft, mit einem Team alle Bereiche auf einen Punkt zu bringen. Hier hat alles funktioniert: Spielstruktur, Athletik, Psyche. Ich bin jemand, der Leistungen genießt. Und ich genieße, dass wir diese Leistung auf den Punkt abgerufen zu haben. Das macht mich schon stolz!“ Und es schien so, als wenn im Sonnenlicht das Haar leicht golden schimmerte und aus dem „Roten“ der „Goldene“ wurde.
(Autor: DVV)

Das Gold-Team in Rio mit Trainer JĂĽrgen Wagner.
(18.08.2016 © FIVB)


Übersicht

21.09.SPORT1 zeigt die EM live
Aufschlag für die deutschen Volleyball-Frauen bei der Europameisterschaft – und wie die Männer wollen auch die Schmetterlinge über sich hinauswachsen. SPORT1 begleitet das Team ab Freitag, 22. September, beim Turnier in Georgien und Aserbaidschan und zeigt bis zu elf Stunden live im Free-TV, zudem überträgt SPORT1+ insgesamt 36 Livestunden. SPORT1 und SPORT1+ präsentieren bis zu 15 Partien live und exklusiv.
14.09.DVV und Sportdirektorin Beach einigen sich auf Vertragsauflösung
Der Deutsche Volleyball-Verband und Jana Köhler einigen sich auf die sofortige Auflösung ihres Vertrags als Sportdirektorin Beach-Volleyball. Jana Köhler bat aus persönlichen Gründen um die Beendigung der Zusammenarbeit.
04.09.MĂĽde Helden feiern durch
Sechs Spiele in zehn Tagen lassen auch die härtesten Männer weich werden. Und so ließen es die „Silber-Jungs“ nach dem Finale zunächst ganz ruhig angehen. In der Kabine gab es die ersten kalten Getränke und Pizza, anschließend ging es in den Club „Frantic“, ein Kellergewölbe im Zentrum von Krakau. An Schlaf war eh nicht zu denken, da der Bus bereits um 3.55 Uhr startete, um das Team zum Flughafen zu bringen.
03.09.EM-Silber glänzt golden
Die DVV-Männer haben die Männer-EM in Polen mit Sensations-Silber beendet. Im Finale kassierte die Mannschaft von Bundestrainer Andrea Giani im sechsten Spiel die erste und einzige Turnier-Niederlage und verlor vor 10.592 Zuschauern in der Tauron Arena in Krakau denkbar knapp 2:3 (19-25, 25-20, 22-25, 25-17, 13-15) gegen Russland. Es waren die einzigen beiden Sätze, die Russland im Turnier abgeben musste.
03.09.Tim & Clemens sind Deutsche Meister 2017
Mit dem Finaltag der Männer fanden die 25. Deutschen smart Beach-Volleyball Meisterschaften an der Seebrücke in Timmendorfer Strand ein würdiges Ende. Mit einer Rekordkulisse von über 70.000 Zuschauern an vier Tagen war die Jubiläumsausgabe der nationalen Titelkämpfe von Donnerstag, 31. August, bis Sonntag, 3. September, so gut besucht wie nie zuvor. „Was Laura Ludwig und Kira Walkenhorst in den letzten Jahren für unsere Sportart geleistet haben, ist unglaublich. Aber auch die Männerteams haben hier bewiesen, dass sie herausragenden Spitzensport zeigen und die Zuschauer begeistern können“, sagte Frank Mackerodt, Organisator der smart beach tour, zum Abschluss der Saison in Timmendorfer Strand.
02.09.Chantal & Julia sind Deutsche Meister 2017
Mit sommerlichen Temperaturen, wolkenlosem Himmel und strahlendem Sonnenschein sowie spektakulären Ballwechseln und ausgelassener Partystimmung auf den Rängen der Ahmann-Hager Arena lockten die 25. Deutschen smart Beach-Volleyball Meisterschaften in Timmendorfer Strand erneut zahlreiche Zuschauer an die Ostsee. Am Finaltag der Frauen begrüßten die Organisatoren rund 28.000 Beach-Volleyballfans, seit Turnierbeginn am Donnerstag, 31. August, im Durchlauf sogar 53.000.
26.08.Laura Ludwig und Kira Walkenhorst rocken den Rothenbaum
Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben ihren World Tour Titel verteidigt und in einem spannenden Finale die Brasilianerinnen Agatha/Duda mit 2:1 (21-17, 19-21, 15-10) besiegt. FĂĽr die Weltmeisterinnen & Olympiasiegerinnen ist es der zweite World Tour Final Sieg in Folge, nachdem sie letztes Jahr in Toronto ebenfalls Gold holten.
05.08.Keine Liebesgeschichte, aber eine Mega-Erfolgstory
Olympiasieger, (zweifacher) Europameister, (mehrfacher) Deutscher Meister, World Tour-Sieger und nun auch Weltmeister. Es gibt keinen Titel mehr, der in der imposanten Sammlung von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst fehlt. Mit dem Gewinn der WM-Goldmedaille hat das deutsche Ausnahme-Duo erneut bewiesen: fĂĽr solch eine Erfolgsstory muss man nicht die besten Freundinnen sein, aber an einem Strang ziehen.
04.08.Der letzte noch fehlende Titel
Die Olympiasiegerinnen von Rio, zweifachen Europameisterinnen und dreifachen Deutschen Meisterinnen greifen bei der Beach-WM in Wien nach dem einen noch fehlenden Titel in ihrer jetzt schon beispiellosen Karriere! Laura Ludwig/Kira Walkenhorst stehen im Finale (5. August um 14.30 Uhr) und treffen dort auf die US-Girls Fendrick/Ross.
22.09.Ludwig/Walkenhorst ĂĽberall oben
Die nationale wie auch internationale Beach-Volleyball Saison 2016 ist beendet und brachte fĂĽr den Deutschen Volleyball-Verband herausragende Ergebnisse. Dies ist natĂĽrlich vor allem auf Laura Ludwig/Kira Walkenhorst zurĂĽckzufĂĽhren, die ein phantastisches Jahr mit sensationellen Erfolgen verbuchten.
18.09.Ludwig/Walkenhorst krönen Saison
Laura Ludwig/Kira Walkenhorst haben ihre überragende Saison mit dem Sieg beim World Tour Final gekrönt: In Toronto siegten die Olympiasiegerinnen 2:0 (21-18, 21-16) gegen die Schweizerinnen Heidrich/Zumkehr, revanchierten sich damit für das 1:2 in der Vorrunde und kassierten dafür das Rekordpreisgeld von 100.000 US Dollar Preisgeld. Das weltbeste Team stand 2016 zum achten Male im Finale eines großen Turniers und gewann zum achten Mal.
17.09.Ludwig/Walkenhorst im FINALE
Die Olympiasiegerinnen, Europameisterinnen, mehrfache Turniersiegerinnen auf der World Tour und Deutschen Meisterinnen streben auch den letzten Titel des Jahres an: Laura Ludwig/Kira Walkenhorst stehen beim World Tour Final in Toronto/CAN nach einem 2:0 (21-19, 21-19) gegen die Olympia-Vierten Larissa/Talita (BRA) im Finale und treffen dort auf die Schweizerinnen Heidrich/Zumkehr (18.9. um 18.15 Uhr, live auf Eurosport). 50.000 US Dollar Preisgeld sind bereits sicher, der Turniersieg brächte 100.000 US Dollar.
28.08.Laboureur/Sude Dritte und beim Finale dabei
Toller Erfolg fĂĽr Chantal Laboureur/Julia Sude: Das DVV-Duo belegte beim Long Beach Grand Slam durch ein 2:0 (21-17, 21-16) gegen Katrin Holtwick/Ilka Semmler den dritten Platz und sicherte sich mit dem dritten Podestplatz in diesem Jahr - neben den Olympiasiegerinnen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst - zudem die Teilnahme am World Tour-Finale der besten zehn Teams in Toronto/CAN (13.-18. September).
28.08.Bronze fĂĽr Arnholdt/Glenzke
Lisa Arnholdt/Nadja Glenzke (DJK Schwäbisch Gmünd/USC Münster) haben die Bronzemedaille bei den U22 Beach-Europameisterschaften in Thessaloniki/GRE gewonnen: Das DVV-Duo gewann das Spiel um Platz drei 2:1 (22-20, 20-22, 15-9) gegen die Französinnen Richard/Placette und belohnte sich damit für ein starkes Turnier. Julius Thole/Eric Stadie (Eimsbütteler TV/ Vivantes Sportmedizin Berlin) hatten die EM auf Platz neun beendet.
23.08.Heroes sind zurĂĽckgekehrt
Die Heroes de Janeiro sind aus Brasilien zurückgekehrt: Tausende Fans bereiteten der Deutschen Olympiamannschaft bei schönstem Sommerwetter einen wahrhaft olympischen Empfang auf dem Römerberg in Frankfurt am Main. Dort wurden sie von Bundespräsident Joachim Gauck und dem für den Sport zuständigen Bundesinnenminister Thomas de Maizière begrüßt.
23.08.Neun DVV-Duos am Start
Neun deutsche Duos wollen den olympischen Schwung von Laura Ludwig/Kira Walkenhorst mitnehmen und beim Long Beach Grand Slam/USA (23. bis 28. August) gute Ergebnisse erzielen. Die Olympiasiegerinnen selber sind nicht am Start, die Olympia-Neunten Karla Borger/Britta BĂĽthe dagegen schon.
23.08.Let's go to Long Beach
Alle Beachvolleyball-Fans reden von dem Gold-Coup des deutschen Nationalteams Laura Ludwig und Kira Walkenhorst bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Auch Katrin Holtwick und Ilka Semmler freuen sich über den Erfolg ihrer Freundinnen, konnten das Finale aber leider nur bedingt verfolgen, da sie bereits unterwegs waren zum nächsten Stop der World Tour. Seit Mitte vergangener Woche sind sie schon in Long Beach.
22.08.Der „Goldene“
Beim Stand von 1:0-Sätzen und 18-13 im Finale von Rio war sich Jürgen Wagner sicher: „Es ist vollbracht!“ Wenig später war es so weit, sein Team Laura Ludwig/Kira Walkenhorst gewann Gold in Rio. Für den 60-jährigen Chef-Trainer war es nach Gold in London mit Julius Brink/Jonas Reckermann der zweite Olympiasieg. Damit unterstrich Wagner seinen Ruf als begnadeter Trainer, „er darf sich nun als der erfolgreichste deutsche Volleyballtrainer schimpfen“, so Ex-Olympionike Oliver Oetke treffend.
22.08.Gold bei der Premiere
Kira Walkenhorst hat das geschafft, was bis dato nur die US-Legenden Kerri Walsh/Misty May-Treanor (und logischerweise die ersten Beach-Olympiasiegerinnen Silva/Pires (BRA)) geschafft haben: Gold bei der Olympia-Premiere! Die 25-jährige Blockspielerin hatte Nerven aus Stahl und zeigte grandiose Leistungen.
21.08.9, 5, 1
Sie war zuvor schon die erfolgreichste deutsche und europäische Beach-Volleyballerin, nun hat sie sich mit dem Olympiasieg gekrönt: Laura Ludwig spielte ein phantastisches Turnier an der Seite von Kira Walkenhorst, gewann die Goldmedaille und wurde im Anschluss zum MVP, zur wertvollsten Spielerin, gekürt.
 
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