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Olympia-Nachrichten

DVV-Männer in London dabei

(Nachricht vom 10.06.2012, 20:09 Uhr )

Die DVV-Männer haben das „Wunder von Berlin“ wahrgemacht und sich für die Olympischen Spiele in London qualifiziert: Den entscheidenden Sieg landete die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen vor 4.110 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 3:1 (25-22, 23-25, 25-23, 25-21) gegen die Tschechische Republik und beendete das Turnier damit ungeschlagen vor Kuba, Tschechien und Indien. Punktbeste Spieler in der Partie waren Georg Grozer (28) und Jan Stokr (19).
Folgende Teams werden in London um die Medaillen spielen: Großbritannien, Russland, Polen, Brasilien, Tunesien, Italien, Argentinien, USA, Serbien, Australien und Deutschland. Den letzten Platz wird voraussichtlich Bulgarien einnehmen, denen in Sofia eine 2:3-Niederlage gegen Ägypten zum Turniersieg reicht.

Startformation GER: Simon Tischer, Jochen Schöps, Marcus Böhme, Max Günthör, Marcus Popp, Denis Kaliberda, Markus Steuerwald

Startformation CZE: Jiri Kral, David Konecny, Ales Holubec, Ondrej Hudecek, Ondrej Boula, Jan Stokr, Vaclav Kopacek

Während Team Deutschland mit der Formation vom Vortag antrat, nehmen die Tschechen einen wesentlichen Wechsel vor: Stewart Bernard stellt mit Stokr und Konecny zwei Diagonalangreifer aufs Feld – der Druck in Aufschlag und Aufschlag soll auf ein Maximum erhöht werden. In ersten Aktionen merkt man dem deutschen Team die Nervosität an, Grozer schlägt zwei Bälle ins Netz. Da aber das deutsche Aufschlagspiel funktioniert (Asse von Grozer und Böhme) verläuft der Auftakt ausgeglichen (6-6). Ein „Monsterblock“ von Grozer gegen Konecny bringt das deutsche Team in Führung (9-8), aber in der Folge sind die deutschen Aufschläge zu fehlerhaft, um diese auszubauen (13-13). Als Grozer zwei Angriffe nicht unterbringen kann, gehen die Tschechen in Führung (15-17). Popp gleicht per Block gegen Stokr prompt aus, aber die Gäste kontern abermals mit gutem Blockspiel. Dann serviert der echte „Hammerschorsch“ endlich wieder ein Ass – Ausgleich und Auszeit Tschechien (20-20). Grozer packt noch ein Ass drauf und holt die Führung endlich wieder zurück (21-20), dann kommen Lukas Kampa/Jochen Schöps für Grozer/Tischer aufs Feld. Kampa rettet einen Ball gekonnt, anschließend setzt Stokr seinen Hinterfeldangriff weit neben die Linie – Satzbälle für Deutschand (24-22). Gleich der erste ist es, Kaliberda passt im Block auf und blockt Schnellangreifer Kral.

Beide Teams bleiben unverändert, die Nervosität, die das deutsche Team den ganzen ersten Satz über begleitet hat, scheint aber immer noch nicht abgelegt: Die Annahme ist nicht so stabil wie gewohnt, auch weil die Gäste volles Risiko gehen. Beim 4-7 nimmt Heynen eine Auszeit. Die wirkt: Böhme serviert ein Ass, Günthör blockt seinen Gegenüber Kral und verhilft dem Gastgeber zum Ausgleich (8-8). Boulas Ass bedeutet erneut Rückstand, die Tschechen machen es dem deutschen Team alles andere als leicht (11-13). Als zwei weitere deutsche Angriffe nicht untergebracht werden können, beträgt der Rückstand erstmals vier Zähler (11-15). Gut, dass die DVV-Männer Grozer haben. Der serviert zum genau richtigen Zeitpunkt dreimal ganz stark und sorgt für den Ausgleich (15-15). Der Bundestrainer wechselt nach Schwarz (für Kaliberda) auch Kampa/Schöps (für Tischer/Grozer) ein. Letzterer sorgt mit zwei Blockpunkten dafür, dass abermals der Ausgleich gelingt (18-18). Die Führung will aber (noch) nicht gelingen, Grozer/Tischer kommen zurück (19-20). Dann greifen erst Grozer (gegen Konecny), dann Günthör (gegen Holubec) im Block zu – abermals Ausgleich (21-21). Die erste Punktchance zur Führung lässt das deutsche Team liegen, dann sorgt ein verschlagener Grozer-Aufschlag für den ersten Satzball für Tschechien. Schwarz patzt in der Annahme – Satzausgleich.

Heynen schickt wieder seine Anfangsformation auf das Spielfeld, bei Tschechien ist nun – wie am Ende des zweiten Satzes - Karel Linz (für Konecny) im Spiel. Routinier Popp macht zu Beginn wichtige Punkte im Angriff, auch die Block- Abwehr ist nun besser auf der Höhe – der Start in diesen wichtigen dritten Satz ist gelungen (6-3). Kurze Zeit später heißt es aber wieder Ausgleich, die Tschechen gehen volles Risiko mit ihrem Service und erzielen damit deutlich Wirkung (7-7). In der Folge punkten beide Teams aus der Annahme bzw. profitieren von Aufschlagfehlern der Gegenseite. Es ist nicht hochklassig, aber wahnsinnig spannend (15-15). Beim 18-18 kommt es zum fast schon obligatorischen Doppelwechsel auf deutscher Seite: Tischer/Grozer verlassen das Feld, Kampa/Schöps kommen. Dann serviert Tschechiens Star Stokr zwei Asse – Auszeit Deutschland (19-21). Schöps hält mit zwei überlegten „Rollern“ jeweils den Anschluss, dann ist sein Aufschlag Grundlage für den Blockpunkt von Günthör (22-22). Schöps setzt nach der tschechischen Auszeit ein Ass hinterher – ganz stark und Führung (23-22). Anschließend ist der Dreierblock gegen Stokr zur Stelle, Satzbälle Deutschland (24-22). Den ersten wehrt der Weltranglisten-23. ab, dann ist Konecny an der Aufschlaglinie, hämmert auf den Ball, aber Steuerwald pariert. Und Grozer macht es mit Gefühl (!). Das war wichtig. Schöps mit seinen Angriffen und Aufschlägen war am Ende der Gewinner dieses Satzes.

Die Anfangsformationen des dritten Satzes beginnen auch den vierten Durchgang. Stokrs Angriffsfehler und Tischers Block führen zum 5-2. Aber Blockpunkte gegen Grozer und Böhme bedeuten kurze Zeit später Ausgleich (6-6). Als Günthör seinen fünften Block im Spiel setzt, geht es mit 8-6 in die technische Auszeit. Aber die zähen Tschechen geben sich keineswegs geschlagen – sie machen den auf der Tribüne sitzenden Kubanern weiter Hoffnung (12-13). Ein Popp-Block – wahrscheinlich hat er in drei Tagen noch nie so viele Bälle geblockt – holt die Führung zurück. Mit 16-15 geht es in die zweite technische Auszeit. Abermals wechselt Heynen Schöps/Kampa ein – das hat sich in den zwei gewonnenen Sätzen jeweils bezahlt gemacht. Als Schöps seinen ersten Angriff erfolgreich versenkt, nimmt Bernard eine Auszeit (18-16). Die tschechische „Aufschlag-Waffe“ Konecny sorgt mit seinem Ass für den Ausgleich, anschließend ist es abermals Schöps, der punktet (20-18). Die Zuschauer stehen von ihren Plätzen auf, keinen hält es mehr. Als die Tschechen zum wiederholten Mal ausgleichen, kommen Grozer/Tischer zurück (20-20). Popp, immer wieder der Frankreich-Legionär, der mit seiner raffinierten Spielweise wichtige Punkte macht. Dann greift 2,11 Meter Riese Böhme zu – 23-21. Nur noch zwei Punkte bis London. Dann punktet Grozer gegen den Dreierblock. Matchbälle und Londonbälle Deutschland. Gleich der erste ist es – Stokr verzieht weit.

Spielfilm
1. Satz: 4-4, 8-8, 12-12, 16-18, 18-20, 22-21 (Kampa/Schöps für Grozer/Tischer), 24-22
2. Satz: 2-5, 5-8, 9-9, 11-14, 12-15 (Schwarz für Kaliberda), 16-16 (Schöps/Kampa für Tischer/Schöps), 20-21, 23-23
3. Satz: 4-2, 7-5, 10-10, 13-13, 16-16, 18-18 (Kampa/Schöps für Grozer/Tischer), 20-22, 24-22, 24-23 (Tischer/Grozer zurück)
4. Satz: 4-2, 8-6, 11-9, 14-14, 16-15 (Kampa/Schöps für Grozer/Tischer), 18-18, 20-20 (Grozer/Tischer zurück), 23-21



Abschluss-Tabelle
1. GER - 8 Punkte - 9:3-Sätze - 3 Spiele
2. CUB - 7 Punkte - 8:4-Sätze - 3 Spiele
3. CZE - 3 Punkte - 5:6-Sätze - 3 Spiele
4. IND - 0 Punkte - 0:9-Sätze - 3 Spiele
(Autor: DVV)

JAAAAAAAAAAAA! Die DVV-Männer sind nach dem 3:1 gegen Tschechien in London dabei.
(10.06.2012 © Conny Kurth)


Übersicht

16.05.Ralf Iwan wird neuer Sportdirektor des DVV
Ralf Iwan (47) wird ab dem 1. Juli 2014 neuer Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes. Der gebürtige Düsseldorfer soll die DVV-Nationalteams in Beach und Halle auf ihrem Weg nach Rio de Janeiro 2016 begleiten, Konzepte zur Förderung und Entwicklung des deutschen Volleyballsports erstellen sowie als Ansprechpartner für die Sportorganisationen DOSB, Sporthilfe und das Bundesministerium des Inneren sowie den Landesverbänden für den Nachwuchsbereich dienen.
05.12.FIVB ändert Modus der Olympia-Qualifikation
Der Volleyball-Weltverband FIVB hat beschlossen, den Qualifikationsprozess für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro zu ändern: Ggf. weniger Spiele und mehr Chancen für alle Kontinente ist das Ergebnis der Ausarbeitung, das jeweils für die Qualifikation der Frauen und Männer gilt.
11.08.Brasilien erneut Olympiasieger
Brasiliens Volleyball-Frauen haben ihren Titel von Peking überraschend verteidigt: Die Brasilianerinnen gewannen 3:1 (11-25, 25-17, 25-20, 25-17) gegen Top-Favorit USA, der nur im ersten Satz seine Extra-Klasse zeigte. Die Bronzemedaille sicherte sich Japan, das im kleinen Finale 3:0 (25-22, 26-24, 25-21) gegen Korea siegte.
11.08.DVV-Starter bei Abschlussfeier
Ein Großteil der deutschen Beach-Volleyballer und Volleyballer ist noch in London, wenn die Olympischen Spiele auf die Zielgerade biegen und am 12. August mit der Abschlussfeier enden: Voraussichtlich werden neun Spieler der DVV-Männer die Abschlussfeier mitmachen, Sara Goller und die Olympiasieger Julius Brink/Jonas Reckermann. Die übrigen Spielerinnen und Spieler haben London bereits verlassen oder fliegen heute in die Heimat zurück.
11.08.Brasilien und Russland im Finale
Die Männer-Mannschaften aus Russland und Brasilien spielen am 12. August um die Goldmedaille im olympischen Volleyball-Turnier: Russland siegte in seinem Halbfinale 3:1 gegen Bulgarien, Brasilien setzte sich souverän 3:0 gegen Italien durch. Am 12. August spielen zunächst Bulgarien und Italien um die Bronzemedaille (10.30 Uhr), ab 14.00 Uhr steigt das große Finale.
09.08.Wunden lecken bei den DVV-Männern
Platz fünf bei den Olympischen Spielen wie die arrivierten Teams aus Polen, den USA und Argentinien, die beste Platzierung einer deutschen Männer-Nationalmannschaft seit 40 Jahren, aber dennoch kam darüber nicht so richtig Freude im deutschen Team auf. Der Grund: die schwache Leistung im Viertelfinale gegen Bulgarien, bei der die Mannschaft wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange wirkte.
09.08.DVV-Männer werden Fünfter
Die DVV-Männer haben die Olympischen Spiele in London auf einem hervorragenden fünften Platz beendet: Das Viertelfinale gegen Bulgarien ging allerdings nach einer schwachen Leistung 0:3 (20-25, 16-25, 14-25) verloren, und somit ist auch der Traum von der ersten olympischen Medaille einer Männer-Nationalmannschaft seit 40 Jahren - 1972 gewann die DDR Silber - vorbei. Bulgarien trifft im Halbfinale am 10. August auf Russland, im anderen Halbfinale stehen sich Brasilien und Italien gegenüber.
07.08.Gegen das Überraschungsteam Bulgarien
Vor zwei Monaten noch hätte keiner von einer Überraschung gesprochen, dass Bulgarien die Vorrundengruppe A der Olympischen Spiele gewinnt und somit im Viertelfinale am 8. August (22.30 Uhr deutscher Zeit) Gegner der DVV-Männer ist. Doch das Chaos im bulgarischen Verband, das in den Rücktritten von Trainer Radostin Stoychev und Super-Star Matey Kaziyski gipfelte, erschien dieses Szenario unmöglich zu machen.
06.08.DVV-Männer im Viertelfinale
Die DVV-Männer haben sich den Traum vom Viertelfinale bei den Olympischen Spielen erfüllt und profitierten von einem stark spielenden russischen Team. Der Weltranglisten-2. fegte Europameister Serbien 3:0 (25-15, 25-20, 25-17) aus der Halle und leistete damit die erhoffte Schützenhilfe. Damit ist den deutschen Männern vor dem letzten Gruppenspiel gegen Brasilien (23.00 Uhr) Platz vier nicht mehr zu nehmen.
10.06.DVV-Männer in London dabei
Die DVV-Männer haben das „Wunder von Berlin“ wahrgemacht und sich für die Olympischen Spiele in London qualifiziert: Den entscheidenden Sieg landete die Mannschaft von Bundestrainer Vital Heynen vor 4.110 Zuschauern in der Max-Schmeling-Halle mit 3:1 (25-22, 23-25, 25-23, 25-21) gegen die Tschechische Republik und beendete das Turnier damit ungeschlagen vor Kuba, Tschechien und Indien. Punktbeste Spieler in der Partie waren Georg Grozer (28) und Jan Stokr (19).
 
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